Freitag, 9. März 2018

Textile Kunst an der SOFA 2018 in Chicago


Von Grietje van der Veen

Ich komme nochmals auf mein Lieblingsthema zurück, nämlich die Frage, in welchem Ausmass Textilkunst an Kunstmessen vertreten ist. Dass die textile Kunst immer mehr Einzug hält, ist inzwischen unbestritten. Ich persönlich habe das kürzlich erfahren. Ein Museum in Zug hat gefragt, ob ich meine 3-dimensionalen Baumstümpfe dort ausstellen möchte. (Mehr darüber in einem späteren Blog.) Diese Anfrage ist unserer Ausstellung «Teximus 2» zu verdanken, ein Zeichen, dass TAFch Erfolg mit der Triennale hat.

Die SOFA in Chicago ist für mich aber eher representativ. Eine Riesenmesse mit Galerien, die ihre eigenen KünstlerInnen präsentieren.

Diese Facebookseite zeigt unzählige Fotos von der Messe: https://www.facebook.com/pg/sofaexpo/photos . Die textilen Sachen muss man mit der Lupe suchen. Ich habe aber tatsächlich einige Galerien gefunden, die sich auf Textilkunst spezialisiert haben.

Der Quilterin Sheila Frampton-Cooper wurde viel Platz eingeräumt. Ihre farbenfrohen Kompositionen haben mir sehr gefallen.

Frampton-Cooper begann ihre Künstlerlaufbahn als Malerin, Fotografin und Schmuckdesignerin. 2010 fand sie ihre Bestimmung im Quilten. Sie ist Amerikanerin und lebt zurzeit in Frankreich. Unzählige Preise hat sie inzwischen gewonnen, so die „Libby Lehmann’s „Judges Recognition““ an der AQS Ausstellung 2013. Weltweit amtet sie als gefragte Kursleiteriin.







Aus Zeitmangel konnte ich an der Messe leider die Daten der Bilder nicht notieren. Aber man kann sie ja auch ohne diese Angaben geniessen.
Schauen Sie für weitere Bilder  hier 

Spektakulär fand ich die handbemalten und handgestickten Seidenbilder von Anna Torma. Sie wurde in Ungarn geboren und schloss an der Universität Budapest ein Studium für textile Kunst und Design ab. 1988 wanderte sie nach Kanada aus, wo sie viele Preise gewann.




Die Dimensionen ihrer Werke sind beträchtlich. Bis weit über 200 cm messen einige. Ein Blick auf ihre Website lohnt sich. Dort ( zum Link klicken) sind zu allen Werken viele Details zu sehen.

Das Werk vom Wordless Wednesday heisst „Superlayers 2“, misst 135 x 135 cm, Jahr 2013. Torma schichtet mehrere transparente Stoff übereinander, bedruckt und bestickt sie intensiv. Die weiten Werke konnte ich leider nicht zuordnen.


Obwohl ihre Webteppiche an der SOFA mir wenig spektakulär schienen, ist die Weberin Ramona Sakiestewa eine bekannte Künstlerin, vor allem wegen ihrer Kunst am Bau. Schauen sie HIER .




Jetzt noch zu einigen KünstlerInnen, die textile Techniken verwenden.

Motoko Furuhashi hat in Metall graduiert und kreiert hauptsächlich Schmuck. Als ich ihre Kreise sah, dachte ich zuerst, diese seien aus Stroh gemacht. Bis ich auf ihrer Website anhand einer Videopräsentation HIER miterleben konnte, wie sie Sand und Steinchen auf Klebeband sammelt und den dann zu Kreisen formt. Diese werden dann weiter mit Farbe, Silber oder Kupfer behandelt. Furuhashi nennt sie „Broschen“. Dabei haben alle ungefähr einen Durchmesser von ca. 30 cm.

Siehe auch diesen Link HIER , wo zu sehen ist, wie sie Risse in der Strassenoberfläche mit Metall akzentuiert. Eine wahrhaft vielseitige Künstlerin.


Nagakura Kenichi

Der Japaner Nagakura Kenichi begann seine künstlerische Laufbahn mit Yüzen-Färben, einer traditionellen Abdeckungs-Seidenmalerei. Nach ein paar Jahren hatte er genug davon und lernte bei seinem Grossvater das Korbflechten. Bald aber begann er zu experimentieren und verliess die traditionellen Wege des japanischen Korbflechtens. Er fand seine Inspiration eher in der amerikanischen und europäischen Kunst und vor allem in der Natur.



Möchten Sie mehr Bilder von Kenichi sehen, dann klicken Sie HIER

Noch einige Bilder, denen ich an der SOFAbegegnet sind:







Hier handelt es sich um Papierröllchen

Ein Detail vom obigen Bild
Wie Sie sehen, war die Ausbeute recht mager. Es kann allerdings sein, dass ich einige in der Eile übersehen habe. Ich hatte leider nicht viel Zeit, denn meine Präsens in meiner Galerie wurde pausenlos verlangt.




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