Mittwoch, 23. Mai 2018

Freitag, 18. Mai 2018

Surface Design Association (SDA) Europe - Meet and Greet in Tilburg (NL)

von Grietje van der Veen

Ausserhalb von Europa gibt es mehrere Verbände, die sich der textilen Kunst widmen. Wir EuropäerInnen können auch Mitglied werden, aber man hat doch mehr oder weniger den Eindruck, dass wir eigentlich die Stiefkinder im Verein sind. Ich bin Mitglied von SAQA (Quilts) und SDA (alle Richtungen der textilen Kunst). Letzterer ein Equivalent von ETN (European Textile Network).

Letzte Woche fand ein "Meet and Greet" der SDA Europe statt in der Werkstatt und dem Laden "Zijdelings" von Karina van Vught in Tilburg.

Ziel war, einander kennenzulernen und  über  eine eventuelle gemeinsame Ausstellung im Jahr 2020 zu diskutieren. Ich war überrascht zu hören, wieviele - oder besser gesagt, wie wenige - Mitglieder die SDA in Europa hat. Die meisten sind Engländerinnen, dann kommen die Niederländerinnen und Belgierinnen. Den Rest kann man vernachlässigen. In der Schweiz gibt es ganze zwei, mich inklusive. In Deutschland auch nicht viel mehr.

Vielleicht war es auch deshalb so gemütlich. 19 Frauen fanden sich ein und zeigten ihre Werke, entweder mittels "Show and Tell" oder mittels Powerpoint, unterbrochen durch einen tollen Lunch.

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der gemeinsamen Ausstellung am Textielfestival 2020 in Leiden (NL), welches alle fünf Jahre stattfindet. Zwei Galerien stellen sich dazu zur Verfügung: Galerie ZONE (Leiden) von Dorothy Wedderburn, und Galerie HIGH FIVE ART (Baarle Nassau)     von Huib de Wit.

Es wurde vereinbart, dass eine Jury ernannt wird, die eine Auswahl treffen soll. Eine Anmeldung bedeutet also nicht zwingend, dass das eingesandte Werk auch ausgestellt wird.

Huib de Wit, der auch Teilnehmer des "Meet and Greet" war, zeigte uns seine Galerie, ein ganz toller Raum, sowohl für Wandbehänge als auch freistehende Objekte. Ein Traum, dort seine Werke hängen zu sehen. Zurzeit ist dort eine Filzausstellung - "Textile Dialogues" - zu sehen, die letztes Jahr erstmals in Montevideo (Uruquai) gezeigt wurde. Leider war die Kuratorin, Beatriz Schaaf-Giesser, verhindert, obwohl sie sich zur Konferenz angemeldet hatte.

Ich zeige Euch jetzt einige Exponate der Ausstellung:



Gabriele Wehrmeyer: "Inside Out I", Wolle, Seide, Angora, Beton

Gabriele Wehrmeyer: "Inside Out II", Wolle, Seide, Angora, Beton



Gabriele Wehrmeyer: Relief "Squarmarina", Merinowolle, Seide, Beton auf Holz. Ein Ausschnitt dieses Werks ist am Wordless Wednesday abgebildet.


Corinne Keiser: "Pure I" und "Pure II", Merinowolle, Zeitungspapier, Glasstücke, Kalkfarbe und Pflanzenteile



Esther Weber: "Aufbruch"  und "Entdeckung" (oben und unten), Wolle, Frotteestoff, Seide, Stahlwolle
Esther Weber: Hängeobjekt "Erwartung" , Wolle Synthetikfaden

Christine Rummel: "Under Construction", Wolle, unten ein Ausschnitt


Gudrun Bartenberger-Geyer: "Circle Wear", Wolle und Seide

Gudrun Bartenberger-Geyer: "Circle Wear", Detail 1


Gudrun Bartenberger-Geyer: "Circle Wear", Detail 2










Andrey Noeske-Porada: Ohne Titel, hängendes Objekt, Wolle

Andrey Noeske-Porada: "Phacelia II", hängendes Objekt, Wolle



Margarete Warth: "Wandstück I",  Wolle


Margarete Warth: "Wandstück III",  Wolle


Margarete Warth: "Behältnisse" 9-teilig (siehe oben und unten)




Gudrun Bartenberger-Geyer: "Shredded Dialect 2", handbedruckte Seide, Wolle, Draht


 Margarete Warth:"Wandteppiche"



Beatriz Schaaf-Giesser: "Huella Madre 1964", Wolle, Seide, Graphit

Beatriz Schaaf-Giesser: "Huella Madre ?", Wolle, Seide

Beatriz Schaaf-Giesser: "Huella Madre 1972", Wolle, Seide, 


Claudia Fischer, "Verschieden unter Gleichen", 49-teilig, Wollfasern, Papier und Stoffe


 Beatriz Schaaf-Giesser: "Huella Madre, Fingerprint 1975", Wolle, Seide, Silikon

Teilnehmerinnen der Konferenz in der Galerie

Nützliche Links:

www. highfiveart.nl
www.taniaverhasselt.tictail.com



Freitag, 11. Mai 2018

Textile Vielfalt in Oaxaca, Mexiko







von Isabelle Wiessler



Noch einmal möchte ich mich den Textilien in Mexiko, die ich durch meine dortige Reise entdecken dürfte, widmen.

Wir sind nach der Quilt Show in Mexiko City nach Oaxaca mit dem Bus (sehr komfortabel und angenehm, sehr zu empfehlen, da sowieso keine Züge in Mexiko fahren!) gefahren.

Oaxaca liegt 500 km südöstlich von der Hauptstadt und ist mit seinen 500.000 Einwohnern nicht gerade klein, aber nach Mexiko City geradezu gemütlich! Es ist eine sehr angenehme und lebendige Stadt mit traditioneller prähispanischer Zeit, koloniale Vergangenheit und indigenes Erbe, somit auch textil!

Oaxaca besitzt ein „Museo textil de Oaxaca“, das ich sofort besuchte. Das Museum war sogar kostenlos.

Dieses wunderschöne Museum enthält eine permanente Ausstellung über die dortigen Textilien und Ausstellungsräume. Ich war extrem überrascht, dass zu der Zeit die Ausstellung: “A trail of Quilts, the legacy of Bill Stecher“ lief. Man muss sich vorstellen, dass Quilts in Mexiko einfach noch viel unbekannter sind als hier! Ich hatte bisher noch gar nichts von Bill Stecher gehört. Bill Stecher war ein amerikanischer Architekt und Quilter. Er wurde stark in seiner Arbeit von den Gees Bend Quilts beeinflusst und begann nach seiner Pensionierung und Übersiedelung nach Mexiko (in der Nähe von Oaxaca) Quilts mit kräftigen Farben zu machen. Die Quilts waren ganz traumhaft präsentiert. Die Meisten entsprachen traditionellen Patchworkmustern, aber mit einer sehr eigenen, starken Farbenzusammensetzung. Einer hat mir besonders gut gefallen nicht zuletzt durch die Präsentation vor einem Lichtkasten.






Die 2. Ausstellung war Jolanta Sprawka gewidmet. In Polen geboren hat sie 22 Jahre in Marokko gelebt bis sie in Quebec mit ihren 3 Kindern 1990 Zuflucht fand. Ihre Inspiration findet sie in den organischen Formen der Unterwasser Welt. Sie arbeitet hauptsächlich mit Cellophan, die sie besonders für dessen Plastizität, Leichtigkeit und Klarheit schätzt. Sie erarbeitet daraus wunderschöne skulpturale Elemente und spielt damit mit Licht und Räume. Ich tauchte sofort in ihre geheimnisvolle Welt zwischen Yin und Yang, zwischen diesen alten Gemäuern und ihren Installationen. Einfach traumhaft!





Detail
 
Detail

Die 3. Ausstellung war der Stickerei der Mazahuas aus San Felipe de Gonzales gewidmet. Unglaublich feine Stickerei und Webereien! Ich lasse Sie einfach diese wunderbaren Arbeiten anschauen.





Lampe

Bänder


Am Tag danach sind wir mit Gilian Travis, die auch beim Quiltfestival unterrichtet hatte und ihrer Freundin mit einem Taxi Richtung Süden gefahren. So durften wir durch den (riesigen) Wochenmarkt in Octolan der Morelos schlendern. Danach fuhren wir nach San Antonio, um die feinen Stickereien zu begutachten und in ein anderes Dorf, das auf schmale Weberei (back strap weaving) spezialisiert ist..

















Die folgenden Bilder zeigen sowohl den textilen als auch die sonstige Vielfalt dieser Gegend, die ich nur empfehlen kann: eine Färberei und Weberei, Tanz auf der Straße am Freitag Abend... Es war ein Traum für alle Sinne!!!

Aus diese durch Insekten weiß verfärbtes Blatt bekommt man eine ganz besondere Farbe




Verschiedene Natur Färbemittel